Diese Website wird umgeleitet

Um unser Online-Angebot zu konzentrieren, wird die bisherige Website der Privatsprechstunde Dr. Woltersdorf auf die HNO-Praxis Dr. Woltersdorf in Chemnitz umgeleitet. Aktualisieren Sie bitte Ihre Lesezeichen entsprechend, falls Sie welche gesetzt haben. Danke, Dr. med. Wieland Woltersdorf

Schilddrüsendiagnostik

Neben einer ausführlichen Anamnese mit einer Palpation gehören zur Schilddrüsendiagnostik:

Die Anamnese umfasst das Abfragen von familiären Schilddrüsenerkrankungen.

Die Labordiagnostik umfasst standardmäßig die Parameter TSH, freies T3 und freies T4. Des Weiteren ist auch die Bestimmung der Spiegel von Zink, Eisen, Jod und Selen zur weiteren Einordnung interessant.
Das Hormon TSH wird in der Hirnanhangdrüse gebildet und gelangt in die Schilddrüse, um dort die Arbeitsgeschwindigkeit der gesamten Körperdrüse zu steuern.
Freies T3 und Freies T4 sind die beiden Schilddrüsenhormone, die im Körper frei zirkulieren.

Antikörperdiagnostik:

Einige Formen der Entzündungen der Schilddrüse werden durch Antikörper beeinflusst, die im Blut zirkulieren. Bei Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse lässt sich diese mittels der Antikörperdiagnostik prüfen. Dabei deutet der Nachweis bestimmter Antikörper auf eine bestimmte Autoimmunform hin. So sind nachgewiesene TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK), Antikörper gegen Thyreoglobulin (Tg-AK) und Thyreoperoxidase-Antikörper (TPO-AK) typisch für Morbus Basedow. Fehlen hingegen die TRAK, spricht dies eher für eine Hashimoto-Thyreoiditis. Bei der Schilddrüsen-Autonomie und der Jodmangel bedingten Hypothyreose werden indes keine Antikörper nachgewiesen.

Schilddrüsen-SonographieDie Ultraschalldiagnostik zeigt strukturelle Änderungen der Schilddrüse.
Mit unserem für die Untersuchung der Schilddrüse ausgerichteten Ultraschallgerät mit einem sehr hochfrequenten Schallkopf (Famio XG von Toshiba) kann schmerzfrei ein Bild der Schilddrüse erzeugt werden. Die Untersuchung wird im Liegen ausgeführt und liefert ein hochauflösendes Bild der Schilddrüse mit Darstellung der Form, der Lage, der Größe, des Volumens, der Knoten und der damit verbundenen Möglichkeit einer exakten Vermessung.
Diese Untersuchung kann beliebig oft wiederholt werden. Oft gelingt es schon mit der Ultraschalluntersuchung allein, eine Entzündung der Drüse in Zusammenhang mit dem klinischen Befund zu diagnostizieren.
Besonders hilfreich ist die Sonographie bei Kontrollen der Schilddrüse, wenn es um die Beurteilung von Wachstum oder Änderung des Binnenverhaltens einzelner Knoten geht. Hiermit kann eine aufwändige Diagnostik relativ oft eingespart werden.

Die Szintigraphie wiederum ist ein bildgebendes Verfahren mit radioaktiv markiertem Jod, um heiße bzw. kalte Knoten im Schilddrüsengewebe zu ermitteln.

Bei der Feinnadelbiopsie (FNAB) wird Schilddrüsengewebe entnommen, um gutartige und bösartige Veränderungen zu ermitteln. Dieses Verfahren dient meist dem Ausschluss von Krebs.

Kaum eine andere Fachrichtung als die HNO-Heilkunde verfügt über umfassendere Erfahrungen der Halsweichteile. Seit vielen Jahren hat sich ein Trend zur Spezialisierung und auch zur Zentralisierung der Schild- und Nebenschilddrüsendiagnostik entwickelt. Im Schilddrüsenzentrum Erzgebirge werden z.B. auch schwierige Probleme und ausgedehnte Befunde interdisziplinär mit ausgezeichneter medizinischer Qualität diskutiert. Dr. med. Woltersdorf promovierte zum Thema „Klassifikation von Schilddrüsentumoren“.

Die meisten Schilddrüsentumore verstecken sich in Knoten des Organs und sind dann auch nur schwer und mit eingeschränkter Sicherheit durch eine Gewebeprobe zu finden. Das ist der Grund, warum nur die Hälfte der Schilddrüsenkrebse vor der Operation entdeckt werden. Die andere Hälfte findet erst der Pathologe, der das entnommene Gewebe unter dem Mikroskop untersucht.

Es gibt eine Reihe verschiedener Krebsformen der Schilddrüse:
  • Am häufigsten ist das papilläre Karzinom, eine wenig aggressive Krebsart, bei der zumeist die Entfernung des Knotens ausreicht.
  • An zweiter Stelle steht das follikuläre Karzinom, bei dem neben der Operation auch eine Radiojodtherapie angeschlossen wird.
  • Am aggressivsten ist das anaplastische Karzinom, welches häufig Metastasen in anderen Organen verursacht. Eine Operation kommt in manchen Fällen zu spät.
  • Beim medullären Karzinom sind die C-Zellen in der Schilddrüse befallen, die das Hormon Calcitonin produzieren. Dabei handelt es sich aber nicht um einen Schilddrüsenkrebs, sondern um einen Krebs, der für die Regulation des Knochenstoffwechsels verantwortlich ist. Die Untersuchung von Calcitonin im Blut ist deshalb notwendig, um diesen Krebs zu finden und nach der Operation ein Rezidiv zu entdecken.

Unabhängig von der Art eines Schilddrüsenkarzinoms ist eine sorgfältige Nachuntersuchung erforderlich, um ein Wiederauftreten der Erkrankung möglichst frühzeitig zu erfassen.

Je nach Befund und Schwere der Erkrankung gibt es unterschiedlich ansetzende Behandlungsmöglichkeiten:

  • Medikamentöse Therapie von Schilddrüsen-Fehlfunktionen
  • Radiojodtherapie
  • Chemische oder thermische Ablation
  • Schilddrüsen-Operation

Fehlfunktionen der Schilddrüse sind medikamentös ausgleichbar. Für die Überfunktion und für die Unterfunktion gibt es verschiedene sehr wirksame Medikamente, deren Wirksamkeit durch Blutuntersuchungen regelmäßig überwacht werden muss.

Das als Kapsel verabreichte Jod wird von der Schilddrüse aufgenommen. Die Betastrahlung des Jods mit einer durchschnittlichen Reichweite von 0,5 mm zerstört ausschließlich Schilddrüsengewebe.

Welche Schilddrüsenerkrankungen werden mit Radiojod behandelt?
  • funktionelle Autonomie (unkontrollierte Hormonproduktion in sogenannten heißen Arealen der Schilddrüse, die zur Überfunktion führt)
  • autoimmune Schilddrüsenerkrankung mit Überfunktion (z.B. Morbus Basedow)
  • Verkleinerung von deutlich vergrößerten Schilddrüsen
  • Anschlussbehandlung bei bösartigen Schilddrüsenerkrankungen nach einer Operation
  • Behandlung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) bei Schilddrüsenkrebs

Die Aufenthaltsdauer richtet sich nach der verwendeten Strahlenmenge, sie beträgt im Durchschnitt 2-3 Tage. Nebenwirkungen sind in der Regel nicht zu erwarten. Die Behandlung ist nicht schmerzhaft, sie können direkt danach wieder normal leben. Die Sorge, dass die Radiojodtherapie Krebs auslösen könnte, ist unbegründet.
Eine Radiojodtherapie während der Schwangerschaft und Stillzeit ist unbedingt zu vermeiden. Auch nach der Behandlung sollte eine Schwangerschaft frühestens nach 9-12 Monaten geplant werden.

Dabei wird das krankhafte Schilddrüsengewebe entweder chemisch (Alkoholinjektion) oder thermisch (Thermoablation) derart geschädigt, dass es durch körpereigene Reparationsprozesse abgebaut werden kann.
Ein grundsätzliches Problem all dieser Verfahren ist es, die richtige Balance zwischen der beabsichtigten Zerstörung des erkrankten und der größtmöglichen Schonung des benachbarten und gesunden Gewebes zu finden.
Sowohl das Risiko von Nebenwirkungen als auch die Erfolgsaussichten hängen ganz wesentlich von der Größe, Beschaffenheit und Lage des Knotens ab.

Wenn sich in der Schilddrüse ungünstige Verhältnisse entwickeln, die sich medikamentös nicht mehr beherrschen lassen oder gar krebsverdächtige Untersuchungsbefunde erhoben wurden, muss operiert werden.
Moderne Operationsstrategien und Überwachbarkeit des Stimmbandnerven (ein sogenanntes Neuromonitoring) während der Operation verhindern in vielen Fällen einen postoperativen Stimmlippenstillstand.

Bei Chefarzt Dr. med. Stumpf am HELIOS Klinikum Aue besteht die Möglichkeit, die Schilddrüse narbenlos durch den Mund zu operieren. Er ist der einzige Operateur weit über die Grenzen des Erzgebirges hinaus, der diese OP-Methode beherrscht und seinen Patienten anbietet. Der Schnitt wird bei der transoralen Schilddrüsenchirurgie an der Innenseite der Unterlippe im Mund gesetzt und die Instrumente und eine kleine Kamera bis zur Schilddrüse vorgeschoben. Diese schonende Methode erfordert nur wenige Tage Krankenhausaufenthalt (2-5 Tage), am postoperativen Tag kann man schon wieder aufstehen. (www.wochenendspiegel.de/...)